Winter-Bereifung
Profilempfehlungen für Nutzfahrzeuge bei winterlichen Bedingungen
Gegenüber Pkw-Sommerreifen sind Reifen für schwere Nutzfahrzeuge (Nkw) aufgrund ihrer Auslegung grundsätzlich für den Betrieb unter winterlichen Bedingungen geeignet...
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Sind mit dem neuen Gesetz der Winterreifen auch LKWs betroffen?
Der § 2 Abs. 3a StVO unterscheidet nicht zwischen PKW und LKW, sondern spricht nur von Kraftfahrzeugen.
"Bei Kraftfahrzeugen ist die Ausrüstung an die Wetterverhältnisse anzupassen. Hierzu gehören insbesondere eine geeignete Bereifung und Frostschutzmittel in der Scheibenwaschanlage."
"Wer ein kennzeichnungspflichtiges Fahrzeug mit gefährlichen Gütern führt, muss bei einer Sichtweite unter 50 m, bei Schneeglätte oder Glatteis jede Gefährdung anderer ausschließen und wenn nötig den nächsten geeigneten Platz zum Parken aufsuchen."
Was ist unter wintertüchtiger Lkw-Bereifung zu verstehen?
Gemäß der im Mai 2006 in Kraft getretenen Neufassung des §2 Absatz 3a der Straßen-verkehrsordnung (StVO) ist die Bereifung von Kraftfahrzeugen an die Witterungsverhältnisse anzupassen. Das gilt natürlich auch für Nutzfahrzeuge. Was gerade dabei zu beachten ist, möchten wir als Reifenspezialisten am konkreten Beispiel der Produktfamilie des deutschen Herstellers Continental hier kurz zusammenfassen. Denn ohne genaue Fachkenntnisse kann die gesetzeskonforme Ausrüstung der Fahrzeuge für Fuhrparkbetreiber und Fahrer zu einem unsicheren Unterfangen werden, zumal die erhofften Präzedenzurteile aufgrund des milden Winters 2006/2007 noch ausstünden. "Die Erfüllung der Mindestanforderungen bei durchschnittlichen mitteleuropäischen Witterungsverhältnissen ist recht einfach und oftmals ohne zusätzlichen Aufwand zu erfüllen: viel Profil und M+S-gekennzeichnete Traktionsreifen", sagt beispielsweise Continental, wobei eine Restprofiltiefe von "deutlich über vier Millimetern" auf allen Achspositionen empfohlen wird. Bei regelmäßiger Neubereifung im Herbst sei diese Bedingung im Normalfall also erfüllt. Und das M+S-Symbol finde sich auf allen Traktionsreifen des Herstellers.
Bei "extremen winterlichen Bedingungen, wie sie in Skandinavien sowie in Mittel- und Hochgebirgslagen häufig, zeitweise aber auch in weiteren Gebieten auftreten", sollten nach Conti-Meinung jedoch spezielle Winterreifen montiert werden. Denn es gebe verschiedene Faktoren, die eine herkömmliche Ganzjahresbereifung im winterlichen Einsatz an ihre Grenzen brächten. Ungünstige Beladungszustände mit zu geringen Achslasten könnten beispielsweise die Traktionsbedingungen verschlechtern, während ein Fahrzeug mit zwei Antriebsachsen anstelle von nur einer wesentlich höhere Traktionswerte aufbauen könne. Zudem gelte es die Topografie und Witterung auf den für ein Fahrzeug geplanten Routen mit in die Reifenentscheidung einzubeziehen. "Denn je höher die Lage, umso höher ist die durchschnittliche Niederschlagsmenge und umso niedriger ist wiederum die Durchschnittstemperatur. Auch die Einsatzfrequenz vom Räum- und Streudiensten ist ein wichtiger Faktor", geben die Reifenprofis zu bedenken.
Die Winterspezialisten sind in der Regel bereits in der Bezeichnung gekennzeichnet. Bei Continental beispielsweise mit dem Begriff Winter sowie einem Schneeflockensymbol auf den Flanken markiert. Der Namenszusatz "Scandinavia" soll zusätzlich darauf hindeuten, dass diese Reifen selbst extremsten und lang andauernden Wintern gewachsen seien. Laut Conti bietet beispielsweise der Traktionsreifen "HDW Scandinavia" gegenüber dem M+S-Ganzjahresreifen "HDR+" auf Schnee etwa 15 Prozent und auf Eis zwölf Prozent mehr Traktion. Damit sich die Investition in solche Winterspezialisten rechnet, hat man eigenen Angaben zufolge viel Entwicklungsaufwand in den so genannten "intelligenten Abrieb" gesteckt: Bei diesem Konzept entwickelt sich das Winterprofil demnach zum konventionellen Rillenprofil für den kommenden Frühjahrs- und Sommereinsatz. Der Aufwand für die Umbereifung und das Zwischenlagern saisonal genutzter Reifen kann somit entfallen, argumentiert der Hersteller. Ein besonders robuster Karkassaufbau verbessere zudem die Runderneuerungseigenschaften dieser Reifen und erhöhe somit abermals die Wirtschaftlichkeit.
(Quelle: Neue Reifenzeitung, Newsletter vom 07.08.2007)
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