Was kann ich aus dem Profilbild lesen?
Was kann ich aus dem Profilbild lesen?
Ein Reifen, der falsch abläuft, verrät fast immer einen Fehler, der nicht am Reifen liegt. Man muss nur wissen, wohin man schaut.
Nehmen Sie sich beim nächsten Tanken zwei Minuten und schauen Sie Ihre Reifen an – nicht nur von vorn, sondern über die ganze Breite der Lauffläche. Ein gleichmäßig abgefahrener Reifen ist die gute Nachricht: Druck, Spur und Sturz stimmen. Alles andere ist ein Hinweis.
Die typischen Verschleißbilder
- Beide Schultern abgefahren, Mitte noch gut. Klassischer Fall von zu wenig Luftdruck. Der Reifen trägt nur noch an den Rändern.
- Mitte abgefahren, Schultern noch gut. Zu viel Luftdruck. Der Reifen wölbt sich und läuft nur mittig.
- Nur eine Seite abgefahren. Spur oder Sturz stimmen nicht. Das korrigiert kein neuer Reifen – hier hilft nur die Achsvermessung.
- Flecken, Dellen, wellige Stellen. Unwucht oder ein Problem an der Dämpfung. Oft begleitet von Vibrationen im Lenkrad.
- Schräg angelaufene Profilblöcke mit Kante. Sägezahnbildung, meist an der nicht angetriebenen Achse. Hörbar als brummendes Geräusch.
- Feine Risse in den Profilrillen oder an der Flanke. Kein Verschleiß, sondern Alterung. Der Reifen wird hart und verliert Haftung.
Streichen Sie mit der flachen Hand quer über die Lauffläche. Fühlt sie sich in eine Richtung glatt und in die andere rau an, sind die Profilblöcke schräg abgelaufen – das spürt man deutlich früher, als man es sieht.
Warum einseitiger Verschleiß teuer ist
Eine Spurabweichung von wenigen Millimetern reicht, um einen Reifensatz in ein paar tausend Kilometern zu ruinieren. Der Reifen wird dabei nicht nur schneller dünn – er verliert auch Seitenführung, lange bevor die gesetzliche Grenze erreicht ist. Wer die Ursache nicht abstellt, bezahlt sie beim nächsten Satz noch einmal.
Wie viel Profil noch da sein muss
Gesetzlich sind 1,6 Millimeter vorgeschrieben. Das ist aber die Grenze, ab der das Fahren unzulässig wird, und keine Empfehlung. Wir raten, Sommerreifen ab 3 Millimetern und Winterreifen ab 4 Millimetern zu ersetzen. Der Grund ist Wasser: Ein flaches Profil verdrängt weniger, der Reifen schwimmt früher auf.
Schnell prüfen können Sie es mit einer Ein-Euro-Münze. Der goldene Rand ist drei Millimeter breit – verschwindet er im Profil, ist noch genug da.
Und die Verschleißanzeiger?
In den Profilrillen sitzen kleine Stege, die TWI-Marken. Liegt das Profil mit ihnen auf einer Höhe, sind genau 1,6 Millimeter erreicht – also der Punkt, an dem der Reifen längst hätte getauscht werden sollen. Als Warnung taugen sie, als Planungshilfe nicht.
Noch Fragen?
Kommen Sie vorbei oder rufen Sie an. Unsere Kollegen schauen sich den Reifen lieber einmal zu viel an als einmal zu wenig.
Was kann ich aus dem Profilbild lesen?
Das Abriebsbild eines Reifens liefert dem Fachmann wertvolle Hinweise auf nicht optimale Einstellungen oder sogar Schäden am Fahrwerk (Achsgeometrie, Stoßdämpferdefekt etc.). Einseitig abgefahrenes Profil ist so ein typischer Indikator.
Bremsplatten können durch Blockierbremsung entstehen. Bei entsprechend hoher Ausgangsgeschwindigkeit "radieren" die Reifen dabei so heftig über die Fahrbahn, dass sie an der Blockierstelle unter großer Hitzeinwirkung lokal abgeschliffen werden. Auch ein ABS-System verhindert das Entstehen von Bremsplatten nicht vollständig.
Laufrichtungsgebundene Profile werden so konstruiert, dass sie in einer vorgeschriebenen Fahrtrichtung montiert werden sollten. Das bringt Vorteile bei den Reifen-Leistungen (z.B. Nässeeigenschaften aber auch Geräuschentwicklung) sowie bei der Kraftübertragung.
Sägezahn nennen Reifentechniker den ungleichen Abrieb an den Querkanten der Profilblöcke. Im fortgeschrittenen Stadium verursachen Sägezähne oft lästige Vibrationen und Laufgeräusche. Das lässt sich vermeiden, wenn man die Reifen zwischen Vorder- und Hinterachse rechtzeitig wechselt.
Tip: Die Reifen regelmäßig alle 10. bis 15.000 km vom Fachmann prüfen lassen. Im Zweifel gibt ihnen auch eine Achs- und Spur-Vermessung mehr Sicherheit.
