Kann man einen Reifen reparieren?
Kann man einen Reifen reparieren?
Oft ja – aber nicht immer, und nur von innen. Wo die Grenze liegt, entscheidet nicht der Preis, sondern die Stelle des Schadens.
Reparierbar
Ein Einstich in der Lauffläche bis etwa sechs Millimeter Durchmesser – der klassische Nagel oder die Schraube. Dazu nehmen wir den Reifen von der Felge, prüfen ihn innen auf Folgeschäden und setzen von innen ein Kombipflaster: ein Pfropfen füllt den Stichkanal, ein Pflaster verschließt die Innenseite luftdicht. Anschließend wird neu montiert und ausgewuchtet.
Nicht reparierbar
- Schäden in der Flanke. Dort arbeitet der Reifen am stärksten; keine Reparatur hält das dauerhaft aus.
- Schnitte und Risse statt sauberer Einstiche.
- Beulen an Flanke oder Lauffläche. Dahinter steckt ein gerissenes Gewebe.
- Reifen, die ohne Luft gefahren wurden. Auch kurz. Die Innenseite ist dann meist zerstört, ohne dass man es von außen sieht.
- Reifen mit Schaumeinlage in den meisten Fällen, und Runflat-Reifen nach dem Notlauf.
Von Reparaturen von außen ohne Demontage halten wir nichts. Was innen passiert ist, sieht man nur von innen – und genau dort entscheidet sich, ob der Reifen noch sicher ist.
Was tun, wenn ein Nagel drinsteckt
Lassen Sie ihn stecken. Solange der Fremdkörper im Reifen sitzt, dichtet er den Kanal meist so weit ab, dass die Luft nur langsam entweicht – oft reicht das für die Fahrt zu uns. Ziehen Sie ihn heraus, ist der Reifen in wenigen Minuten platt.
Prüfen Sie vorher den Druck und fahren Sie ruhig. Wenn der Reifen sichtbar flach ist oder das Fahrzeug unruhig wird, nicht weiterfahren.
Und das Pannenset?
Viele Neuwagen haben statt Ersatzrad nur Dichtmittel und Kompressor. Das hilft bei einem Einstich in der Lauffläche und bringt Sie bis zur nächsten Werkstatt – mehr nicht. Bei Flankenschaden oder geplatztem Reifen nützt es nichts.
Bringen Sie uns das Rad danach möglichst bald vorbei. Frisches Dichtmittel lässt sich auswaschen, eingetrocknetes nicht mehr sauber – und dann ist eine ordentliche Reparatur nicht mehr möglich. Prüfen Sie gelegentlich auch das Haltbarkeitsdatum der Flasche.
Noch Fragen?
Kommen Sie vorbei oder rufen Sie an. Unsere Kollegen schauen sich den Reifen lieber einmal zu viel an als einmal zu wenig.
Kann man Reifen reparieren?
Grundsätzlich ja – unter bestimmten Voraussetzungen. Die wichtigste lautet: „Die Schadensbeurteilung und die Reparatur der Reifen darf nur vom qualifizierten Fachbetrieb durchgeführt werden.“ Die Voraussetzungen dafür sind in der Straßenverkehrszulassungs-ordnung (StVZO) und den ergänzenden Richtlinien des Bundesverkehrsministeriums gesetzlich klar geregelt.
Voraussetzung für die Reparatur ist, dass der komplette Reifen zuvor von der Felge montiert, untersucht und insgesamt als reparaturwürdig beurteilt wurde. Fällt diese erste Prüfung positiv aus, wird anschließend die Schadensstelle an der Außen- und Innenseite des Reifens begutachtet. Dabei wird kontrolliert, wie stark die Stahlfäden des Reifen-Unterbaus - der Karkasse - beschädigt sind oder ob bereits Reifendichtmittel im Sinne der Pannenhilfe verwendet wurden.
Ist eine Reparatur möglich, werden Pkw- und Motorradreifen in der Regel im sogenannten „Kaltverfahren“ repariert, das praktisch nur für Stichverletzungen mit maximal 6 mm Schadensdurchmesser in der Lauffläche des Reifens zugelassen ist. Diese sogenannten Einfahrschäden machen aber etwa 90% der Schäden an Pkw-Reifen aus.
Wurde ein Reifen fachgerecht instandgesetzt, ist er genauso einsatzfähig wie vor der Beschädigung. Doch nicht jeder, der mit Reifen handelt, kann – und darf – sie auch reparieren. Nach der geltenden Handwerksordnung dürfen gewerbsmäßige Reifenreparaturen nur von Betrieben ausgeführt werden dürfen, die mit dem Vulkaniseur-Reifenmechaniker-Handwerk in die Handwerksrolle eingetragen sind, d.h. einen entsprechenden Meister beschäftigen.
Fazit: Viele Reifen können repariert werden, prinzipiell aber nur von ausgewiesenen Spezialisten. Nabholz gehört selbstverständlich dazu.
