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Was ist Sägezahnbildung?

Was ist Sägezahnbildung?

Man hört sie, bevor man sie sieht: ein Brummen, das mit der Geschwindigkeit wandert. Die Ursache ist meist harmlos, der Verlauf ärgerlich.

Bei der Sägezahnbildung laufen die einzelnen Profilblöcke schräg ab. Eine Blockkante bleibt stehen, die gegenüberliegende wird niedriger – von der Seite betrachtet ergibt das ein Sägezahnmuster. Spüren lässt es sich am besten mit der flachen Hand: Quer über die Lauffläche gestrichen fühlt sie sich in eine Richtung glatt an und in die andere rau.

Wie es entsteht

Jeder Profilblock verformt sich, wenn er die Fahrbahn berührt, und federt zurück, sobald er sie verlässt. Dabei rutscht er minimal – und zwar vorn und hinten unterschiedlich stark. Über Zehntausende Umdrehungen summiert sich dieser Unterschied zur sichtbaren Kante.

Begünstigt wird das durch:

  • Die nicht angetriebene Achse. Dort rollt das Rad nur mit, statt zu schieben oder zu ziehen – die Blöcke werden einseitiger belastet.
  • Zu wenig Luftdruck. Weiche Reifen walken stärker, die Blöcke verformen sich mehr.
  • Weiche Mischungen und offene Profile, also vor allem Winterreifen.
  • Viel Autobahn mit wenig Kurven, Beschleunigen und Bremsen.

Sägezahnbildung ist in aller Regel kein Reifenfehler und kein Grund zur Reklamation. Sie ist eine Folge der Belastung – und sie lässt sich bremsen, aber nicht ganz verhindern.

Was dagegen hilft

  • Luftdruck. Der wirksamste Hebel, und der einfachste. Monatlich prüfen.
  • Räder tauschen. Beim saisonalen Wechsel vorn und hinten tauschen, solange der Satz gleichmäßig abgefahren ist. Dann läuft der Reifen auf der angetriebenen Achse wieder glatt.
  • Abwechslungsreich fahren. Nicht nur Autobahn. Kurven und Lastwechsel arbeiten dem Muster entgegen.
  • Fahrwerk prüfen. Verschlissene Dämpfer oder eine falsche Spur verstärken den Effekt deutlich.

Muss der Reifen raus?

Nicht zwingend. Solange genug Profil vorhanden ist und das Geräusch erträglich bleibt, kann der Reifen weiterlaufen – die Sicherheit leidet nur wenig. Stört das Brummen, lässt es sich durch einen Achstausch oft spürbar reduzieren. Zeigen Sie uns den Reifen; wir sagen Ihnen, ob sich das noch lohnt.

Noch Fragen?

Kommen Sie vorbei oder rufen Sie an. Unsere Kollegen schauen sich den Reifen lieber einmal zu viel an als einmal zu wenig.

Was versteht man unter "Sägezahnbildung" an den Reifen?

Unter Sägezahnbildung versteht man den ungleichmäßigen Verschleiß an den Querkanten von Profilblöcken in Laufrichtung der Reifen. Die Folge: verminderte Laufruhe und schlechteres Geräuschverhalten. Dieses eher seltene Verschleißbild tritt meist an der nicht angetriebenen Achse auf.

Es hängt von der Achsgeometrie, dem Reifentyp und dem Fahrstil ab: Häufiges, schnelles Beschleunigen und Abbremsen fördert die Sägezahnbildung. Zur Vorbeugung sollte man die Reifen etwa alle 10 000 Kilometer seitengleich und achsweise tauschen.

Quelle: ADACmotorwelt 6/2005